Apr 18, 2011
Eine Frage der Einstellung
Fast jede Kamera verfügt über ein Automatik-Programm, meist gekennzeichnet durch „AUTO“, ein Kamerasymbol oder ein grünes Rechteck, das automatisch die richtigen Grundeinstellungen vornimmt und für richtig belichtete Bilder sorgt. Wenn Sie kreativ die Bildwirkung mitbestimmen möchten, ohne sich genau in die technischen Vorgänge einzuarbeiten, bieten sich Motivprogramme an: Mit ihrer Hilfe können Farb- und Kontrastwiedergabe, Blitz, Bildqualität oder die Schärfeverteilung beeinflusst werden, ohne dass Sie diese Werte im Kameramenü von Hand verstellen müssen.

Kreative Unterstützung für Hobbyfotografen: Motivprogramme.
Hier eine Übersicht über die häufigsten Motivprogramme, die sich bei vielen Kameras über kleine Symbole einstellen lassen:
Makro – Kleines ganz groß

Über die Auswahl des Symbols der Blume stellt man die Kamera auf Nahaufnahme. Die Einstellung eignet sich besonders, um kleine Motive wie zum Beispiel Pflanzen, Insekten oder auch mal Gegenstände aus dem Alltag, wie die morgendliche Kaffeetasse zu fotografieren. Die Kamera wählt eine sehr große Blendenöffnung. Damit sind kurze Belichtungszeiten möglich und es entsteht eine geringe Tiefenschärfe. Während das Motiv im Vordergrund detailliert und scharf abgebildet wird, wird der Hintergrund unscharf.
Porträt – weich und naturgetreu

Das Porträtprogramm ist bei fast allen Kameras durch einen Kopf im Profil gekennzeichnet. Es ist unter anderem für Großaufnahmen von Personen gedacht. Die Elektronik der Kamera stellt dabei auf das Gesicht scharf. Eine große Blendenöffnung, kombiniert mit einem leichten Zoom, sorgt für geringe Tiefenschärfe. Dadurch hebt sich der Portraitierte gut vom Hintergrund ab. Zusätzlich wird in diesem Modus oft auch der Kontrast etwas verringert, um eine möglichst naturgetreue Farbwiedergabe von Hauttönen zu erreichen. Manche Modelle bauen außerdem einen leichten Weichzeichnereffekt ein. Dieser glättet die Haut optisch.
Landschaft – unendliche Weiten

Im Modus für Landschaftsaufnahmen, der häufig durch ein Symbol mit Bergen und Wolken dargestellt ist, wählt die Kamera automatisch die kleinste Blende und eine Schärfeeinstellung, bei der alle Details – ob nah an der Linse oder in weiter Ferne – scharf abgebildet werden. Klassischerweise wird beim Landschaftsprogramm der eingebaute Blitz deaktiviert, der ein weit entferntes Motiv sowieso nicht beleuchten könnte. Damit bleibt die natürliche Lichtstimmung mit harten Kontrasten und satten Farben erhalten.
Sport – schnell und scharf

Das Sport-Programm, symbolisiert durch einen Läufer, ist für Aufnahmen von bewegten Motiven gedacht. Durch eine sehr kurze Belichtungszeit, verbunden mit einer weit geöffneten Blende, sowie – je nach Lichtsituation – einer erhöhten Lichtempfindlichkeit, können Bewegungen „eingefroren“ werden. Das Programm eignet sich zum Beispiel für die Momentaufnahme eines Radfahrers oder Joggers, aber auch für rennende Kinder oder Tiere. Viele Kameras schalten neben einer kurzen Belichtungszeit und einer offenen Blende zudem eine Serienbildfunktion hinzu. Dies bedeutet, dass die Kamera mehrere Aufnahmen direkt hintereinander macht, wenn Sie mit dem Finger auf dem Auslöser bleiben. So können Sie später die beste und sehenswerteste Aufnahme innerhalb eines Bewegungsablaufs aussuchen.
Nacht – hell erleuchtet

Der Nacht-Modus wird häufig durch einen Halbmond markiert. Eine lange Belichtungszeit und eine offene Blende ermöglichen bei diesem Programm erstaunliche Nachtaufnahmen oder Aufnahmen im Halbdunkeln. Digitalkameras stellen zusätzlich noch eine höhere ISO-Lichtempfindlichkeit ein. Um Bildstörungen zu vermeiden, die dadurch entstehen können, gibt es bei einigen Programmen noch eine automatische Rauschunterdrückung. Ansonsten ähnelt das Nachtprogramm dem Landschaftsprogramm. Der Fokus ist unendlich und auf einen Blitz wird verzichtet. Damit das Bild trotz der langen Belichtungszeit nicht verwackelt, empfiehlt es sich, mit Stativ oder einer festen Unterlage zu fotografieren.























