Apr 18, 2011
Mythos Muskelkater
Das erste Mal in der Kletterhalle oder die erste Radtour im Frühjahr kann Spuren hinterlassen. Tagelang plagt uns Muskelkater an Stellen, wo man Muskeln nicht mal vermutet hätte. Und dann auch noch die gut gemeinten Ratschläge von Freunden und Kollegen. Dabei gibt es gegen Muskelkater kein Allheilmittel. Wir räumen mit gängigen Irrtümern auf und geben Tipps zum Vorbeugen und Lindern.

Nach dem Sport folgt oftmals der Muskelkater.
Irrtum 1: Muskelkater beweist effektives Training
Ganz im Gegenteil: Muskelkater ist die Folge einer zu starken oder zu ungewohnten Belastung und deshalb ein Zeichen für falsches Training.
Unsere Empfehlung: Wählen Sie einen passenden Work-out mit vernünftiger Intensität. Steigern Sie Ihr Training sanft, aber konsequent. Gerade wenn Sie eine neue Sportart ausprobieren. Es lohnt sich: Je öfter Sie die gleiche Bewegung ausüben, umso weniger werden Sie dort Muskelkater bekommen.
Irrtum 2: Weitertrainieren vertreibt den Muskelkater
Zähne zusammenbeißen und dasselbe nochmal? Der Volksglaube irrt. Denn der Muskel ist verletzt und muss auskuriert werden.
Unsere Empfehlung: Gönnen Sie Ihren entzündeten Muskeln Ruhe und Wärme, solange bis nichts mehr wehtut. Anschließend sollten Sie Ihrem Körper noch eine Schonfrist von zwei bis drei Tagen gönnen. Saunabesuche und sanfte Bewegungen wie Schwimmen kurbeln die Durchblutung an und unterstützen damit die Regeneration.
Irrtum 3: Massagen lindern Muskelkater
Lieber nicht! Hartes Kneten strapaziert die Muskeln zusätzlich und kann die kleinen Muskelrisse noch verschlimmern. Massagen verzögern also eher die Heilung, sanftes Ausstreichen dagegen ist natürlich erlaubt.
Unsere Empfehlung: Durchblutung heißt das Zauberwort: Reiben Sie die Muskeln sanft (!) mit Salben oder ätherischen Ölen aus Arnika, Rosmarin oder Eukalyptus ein. Auch Umschläge mit Franzbranntwein entspannen die Muskulatur.
Irrtum 4: Gegen Muskelkater hilft nur Dehnen
Hat der „Kater danach“ Sie bereits erwischt, würden Dehnungen die Verletzungen nur noch verschlimmern und die Muskeln unnötig beanspruchen.
Unsere Empfehlung: Ob und wie nützlich Dehnen vor und nach dem Sport ist, ist unter Sportwissenschaftlern aktuell umstritten. Einig sind sie sich allerdings beim Thema Aufwärmen: Ein Warm-up zu Beginn des Trainings schützt vor Muskelkater und anderen Verletzungen.
- Körperwissen: Was ist Muskelkater?
Bei Überbelastung entstehen in den feinen Muskelfasern kleine Risse. Hier sammelt sich Wasser, der Muskel schwillt an. Die Entzündungen sind schmerzhaft, aber zum Glück völlig harmlos: Nach spätestens einer Woche verschwindet das Ziehen ganz von selbst.























